Der Hashimoto-Selbsttest:
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Es gibt ein Thema, das bei Hashimoto erfahrungsgemäß fast immer eine Rolle spielt, in der Praxis aber selten in den Fokus genommen wird: die Balance der Geschlechtshormone.
Während die Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrolliert werden und auch Nährstoffe wie Vitamin D, Selen oder Eisen in den Blick geraten, bleibt das Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron oft außen vor. Dabei steht die Schilddrüse mit den Geschlechtshormonen in einem ständigen Dialog. Gerät dieser Dialog aus dem Gleichgewicht, kann sich das wie eine Verschlechterung der Hashimoto-Symptome anfühlen, obwohl die eigentliche Ursache ein paar Etagen tiefer liegt.
In diesem Artikel geht es darum, was Östrogen und Progesteron im Körper bewirken, welche typischen Konstellationen bei Hashimoto besonders häufig vorkommen und welche pflanzlichen und bioidentischen Ansätze zur Unterstützung infrage kommen.
Bevor es tiefer in die einzelnen Konstellationen geht, lohnt sich ein Blick auf die beiden Hauptdarsteller.
Östrogen baut auf. Es lässt die Gebärmutterschleimhaut wachsen, hält Haut und Schleimhäute geschmeidig, schützt Knochen, Herz und Gehirn, hebt über die Serotoninproduktion die Stimmung und gilt als „Gas-Hormon": Es bringt Energie, Lebendigkeit und Lust mit sich.
Östrogen wird zudem oft mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht. Ein guter Östrogenspiegel zeigt sich häufig an äußeren Merkmalen wie volleren Lippen. Fällt das Östrogen ab, wie es typischerweise in der Postmenopause passiert, werden die Lippen häufig schmaler und zeigen feine Fältchen.
Progesteron beruhigt. Es wirkt direkt auf die GABA-Rezeptoren, dieselben, die auch von Beruhigungsmitteln angesteuert werden. Es macht müde im besten Sinne, kann Ängstlichkeit senken, schützt vor Wassereinlagerungen und balanciert das Östrogen aus.
Außerdem wirkt Progesteron antientzündlich und scheint auch für die Bildung und Umwandlung von Schilddrüsenhormonen eine Rolle zu spielen, ein Punkt, der bei Hashimoto besonders relevant ist. Es gilt zudem als das Hormon für tiefen Schlaf und innere Ruhe. Wichtig zu wissen: Ohne Eisprung kein Progesteron.
Östrogen und Progesteron sind wie zwei Tänzer. Östrogen ist das Feuer, Progesteron der Anker. Beide werden gebraucht, und vor allem im richtigen Verhältnis zueinander.
Östrogen kurbelt in der Leber die Produktion von TBG (Thyroxin-bindendes Globulin) an. TBG ist der Transporter für Schilddrüsenhormone im Blut. Je mehr TBG zirkuliert, desto mehr Schilddrüsenhormon wird daran gebunden und desto weniger steht frei verfügbar zur Verfügung.
Das Ergebnis: L-Thyroxin wird genommen, die Werte sehen „gut" aus, aber der Körper kommt trotzdem nicht in die Gänge.
Genau deshalb reicht es bei Hashimoto oft nicht, nur die Schilddrüse zu behandeln. Der Blick auf die Geschlechtshormone gehört unbedingt dazu.
Wenn die Geschlechtshormone in den Fokus rücken, trifft meist eine dieser drei Konstellationen zu.
Die Östrogendominanz ist die häufigste Konstellation bei Frauen zwischen 25 und 45 Jahren. Dabei wird zwischen zwei Formen unterschieden.
Bei der relativen Östrogendominanz ist das Östrogen eigentlich normal, aber das Progesteron ist zu niedrig. Das Verhältnis stimmt also nicht. Bei der absoluten Östrogendominanz ist das Östrogen tatsächlich zu hoch, zum Beispiel durch eine schlechte Östrogen-Entgiftung über Leber und Darm oder durch zu viele Xenoöstrogene aus Kosmetik oder ungefiltertem Leitungswasser.
Ob die relative oder absolute Form vorliegt, lässt sich nur durch eine Messung herausfinden. Der beste Zeitpunkt dafür ist 5 bis 7 Tage nach dem Eisprung. Außerhalb dieses Fensters sind die Werte oft wenig aussagekräftig, weil sich die Hormonspiegel im Laufe des Zyklus stark verändern.
Typische Anzeichen einer Östrogendominanz sind Brustspannen, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme an Hüfte und Oberschenkeln, eine starke und lange Periode, ausgeprägtes PMS, Neigung zu Myomen, Schmierblutungen vor der Periode, kurze Zyklen, innere Unruhe und schlechter Schlaf.
Die Perimenopause ist die Phase vor den Wechseljahren. Sie beginnt typischerweise zwischen Anfang und Mitte 40, und viele Frauen ahnen noch gar nicht, dass sie bereits mittendrin sind.
Typisch ist, dass der Zyklus unregelmäßig wird, mal kürzer, mal länger. Progesteron fällt zuerst ab, oft schon Jahre vor dem Östrogen. Plötzlich fühlt sich vieles „anders" an: Der Schlaf wird schlechter, die Stimmung kippt schneller, das PMS wird heftiger. Hier zeigt sich häufig sehr deutlich, wie viel die Hormone wirklich im Körper bewirken.
Die Postmenopause wird rückwirkend datiert, und zwar genau ein Jahr nach der letzten Periode. Erst dann spricht man offiziell von Postmenopause.
Östrogen und Progesteron sind ab diesem Zeitpunkt konstant niedrig. Typische Beschwerden sind Hitzewallungen durch den Östrogenmangel, Schlafstörungen durch den Progesteronmangel, trockene Schleimhäute vor allem durch Estriolmangel, Gelenkschmerzen und Stimmungstiefs. Besonders wichtig ist in dieser Phase die nachlassende Knochendichte durch das fehlende Östrogen, denn genau hier liegt eine erhöhte Osteoporosegefahr, die unbedingt im Blick bleiben sollte.
Je nach Situation kommen unterschiedliche Wege infrage, einmal pflanzlich, einmal hormonell. Die Wahl hängt davon ab, wie ausgeprägt die Beschwerden sind und in welcher Lebensphase sich eine Frau befindet.
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus): Der Klassiker bei Progesteronmangel und PMS. Er regt indirekt die Progesteronproduktion an, indem er auf die Hirnanhangsdrüse wirkt. Mönchspfeffer braucht Geduld, oft 2 bis 3 Zyklen, bevor sich eine Wirkung zeigt.
Frauenmantel: Eine sanfte Unterstützung bei Zyklusbeschwerden. Frauenmantel hat eine progesteronähnliche Wirkung und tut der Lutealphase gut.
Maca: Ein Adaptogen aus den Anden. Maca wirkt nicht direkt hormonell, sondern unterstützt die Hormonachsen. Gerade in der Perimenopause ist Maca beliebt, weil es Energie und Libido unterstützen kann.
Leber- und Darmsupport: Bitterstoffe, Brokkoliextrakt, Mariendistel und Ballaststoffe sind oft die halbe Miete, denn eine gute Östrogen-Entgiftung läuft über Leber und Darm.
Bei deutlichen Beschwerden oder einem klaren Mangel kann der Einsatz bioidentischer Hormone sinnvoll sein. Da sie verschreibungspflichtig sind und gut beobachtet werden sollten, erfolgt das immer in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Gynäkologen.
Famenita (bioidentisches Progesteron): Wird als Kapsel abends eingenommen, weil es deutlich müde macht und den Schlaf grandios unterstützen kann.
Gynokadin (Östradiol-Gel): Bioidentisches Östrogen, das über die Haut aufgenommen wird und so die Leber umgeht. Vor allem in der Postmenopause ist Gynokadin oft ein Gamechanger.
Östradiol sollte möglichst nicht oral eingenommen werden, also nicht als Kapsel geschluckt. Der Grund: Bei der oralen Einnahme durchläuft Östradiol den sogenannten First-Pass-Effekt der Leber und kurbelt dort die Bildung von Gerinnungsfaktoren an. Das Thrombose-Risiko ist dadurch höher als bei der transdermalen Anwendung über die Haut. Beim Gel fällt dieser Aspekt weg.
Wichtig ist außerdem zu wissen: Bioidentisch heißt, dass die Hormone exakt dieselbe Struktur haben wie die körpereigenen. Das ist ein großer Unterschied zu klassischen Hormonpräparaten oder zur Pille.
Sämtliche hormonellen Beschwerden sollten immer mit einer Gynäkologin besprochen werden. Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der Wissens- und Erfahrungsvermittlung.
Hormone arbeiten nie isoliert. Wer Hashimoto wirklich verstehen und in Balance bringen will, kommt um den Blick auf Östrogen und Progesteron nicht herum. Genauso wichtig sind übrigens auch die Nebennieren und das Insulin, aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel.
Gerade weil Östrogen über das TBG direkt beeinflusst, wie viel Schilddrüsenhormon im Körper tatsächlich verfügbar ist, kann eine Dysbalance der Geschlechtshormone Hashimoto-Symptome deutlich verstärken. Umgekehrt erleben viele Frauen, dass sich ihr Energielevel, ihr Schlaf und ihre Stimmung spürbar verbessern, sobald die Geschlechtshormone wieder ins Gleichgewicht kommen.
Hashimoto ist nie nur die Schilddrüse. 💛
Sehr viel. Östrogen kurbelt in der Leber die Produktion von TBG an, dem Transportprotein für Schilddrüsenhormone. Je mehr TBG zirkuliert, desto weniger Schilddrüsenhormon ist frei verfügbar. Progesteron wirkt antientzündlich und scheint zudem an der Bildung und Umwandlung von Schilddrüsenhormonen beteiligt zu sein. Eine Dysbalance der Geschlechtshormone kann sich deshalb wie eine Verschlechterung der Hashimoto-Symptome anfühlen, auch wenn die Schilddrüsenwerte „eingestellt" sind.
Bei einer Östrogendominanz stimmt das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron nicht. Bei der relativen Form ist das Östrogen eigentlich normal, aber das Progesteron zu niedrig. Bei der absoluten Form ist das Östrogen tatsächlich zu hoch, etwa durch eine schlechte Östrogen-Entgiftung oder durch Xenoöstrogene aus der Umwelt. Typische Anzeichen sind Brustspannen, Wassereinlagerungen, ausgeprägtes PMS, starke Periode, innere Unruhe und schlechter Schlaf.
Der beste Zeitpunkt für eine aussagekräftige Messung von Östrogen und Progesteron ist 5 bis 7 Tage nach dem Eisprung, also in der zweiten Zyklushälfte. Außerhalb dieses Fensters sind die Werte oft wenig aussagekräftig, weil sich die Hormonspiegel im Laufe des Zyklus stark verändern.
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor den Wechseljahren und beginnt typischerweise zwischen Anfang und Mitte 40. In dieser Phase wird der Zyklus unregelmäßig, und Progesteron fällt meist schon Jahre vor dem Östrogen ab. Die Postmenopause beginnt erst ein Jahr nach der letzten Periode und wird rückwirkend datiert. Ab diesem Zeitpunkt sind Östrogen und Progesteron konstant niedrig.
Bioidentisch bedeutet, dass die Hormone exakt dieselbe Struktur haben wie die körpereigenen. Das ist ein großer Unterschied zu klassischen Hormonpräparaten oder zur Pille, deren Wirkstoffe häufig eine veränderte Struktur haben. Bioidentische Hormone wie Famenita (Progesteron) oder Gynokadin (Östradiol-Gel) sind verschreibungspflichtig und sollten immer in Zusammenarbeit mit der behandelnden Gynäkologin angewendet werden.
Bei der oralen Einnahme durchläuft Östradiol den sogenannten First-Pass-Effekt der Leber. Dort kurbelt es die Bildung von Gerinnungsfaktoren an, was das Thrombose-Risiko erhöht. Bei der transdermalen Anwendung über ein Gel auf der Haut wird die Leber umgangen, und dieser Effekt entfällt. Deshalb wird in der Praxis bevorzugt mit Östradiol-Gel gearbeitet.
Bei leichteren Beschwerden kommen vor allem Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), Frauenmantel und Maca infrage. Mönchspfeffer regt indirekt die Progesteronproduktion an und braucht oft 2 bis 3 Zyklen, bis sich eine Wirkung zeigt. Frauenmantel wirkt progesteronähnlich und unterstützt die Lutealphase. Maca ist ein Adaptogen, das die Hormonachsen unterstützt und gerade in der Perimenopause beliebt ist. Ergänzend ist Leber- und Darmsupport durch Bitterstoffe, Brokkoliextrakt, Mariendistel und Ballaststoffe wichtig, weil eine gute Östrogen-Entgiftung über diese Organe läuft.
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