Die energetische Ebene bei Hashimoto

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Nach den vielen Artikeln zu den körperlichen Ebenen bei Hashimoto, also Entzündung, Eisen, Zellgesundheit, Darm, Nervensystem und Schilddrüsenwerte, wird dieser Artikel etwas persönlicher. Und er berührt eine Ebene, die viele nicht berücksichtigen, obwohl sie oft die tiefste und für einige die wichtigste ist.

Eine Ebene, die sich nicht im Blut messen lässt, sich aber trotzdem auf alles im Körper auswirkt. Und um das zu erklären, möchte ich meine eigene Geschichte teilen.

Mein persönlicher Wendepunkt

Meine Hashimoto-Diagnose habe ich mit 14 Jahren bekommen. Die Ärzte sagten damals: „Tablette nehmen, das ist das Einzige, was man machen kann." Also habe ich genau das gemacht, gute zehn Jahre lang, und nichts hinterfragt.

Anfang 20 ging es mir trotzdem immer schlechter. Mit Mitte 20 begann ich, mich endlich intensiver mit Ernährung, Supplementen und ersten Entgiftungs- und Darmkuren zu beschäftigen. Und ja, es ging mir spürbar besser. Aber rückblickend war das noch nicht der wirkliche Durchbruch.

Der kam erst ein paar Jahre später. Und der hatte überraschenderweise nichts mehr mit Ernährung zu tun.

Es war um meinen 27. Geburtstag herum, als ich auf das Thema Hals-Chakra stieß. Auf den Gedanken, dass die Schilddrüse symbolisch für die eigene Entwicklung steht. Dr. Rüdiger Dahlke sagt sinngemäß: Schilddrüsenprobleme können ein Zeichen dafür sein, dass die seelische Entwicklung stagniert. Dass faule Kompromisse im Leben eingegangen wurden. Dass man nicht seinen wahren Seelenplan lebt.

Das war wie ein Schlag in die Magengrube.

Weil ich mich ertappt fühlte. Weil ich plötzlich realisierte, dass ich eigentlich nie wirklich hinterfragt hatte, wofür ich stehe und was ich im Leben wirklich will. Ich hatte das gemacht, was die Gesellschaft erwartet. Was meine Eltern erwartet hatten. Promotion, weil das in meinem Umfeld so vorgesehen war. Stelle in der Pharmaindustrie, weil das der logische nächste Schritt gewesen wäre.

Nachdem ich mich mit den inneren Themen rund um die Schilddrüse beschäftigte, erkannte ich immer mehr: Ich lebe gerade ein Leben, das überhaupt nicht mir entspricht.

Es dauerte mehrere Monate, bis meine Gedanken sortiert waren. Und dann kam der Tag. Ich kündigte meinen Job in der Pharmaindustrie. Erst von diesem Tag an begann eigentlich mein richtiges Leben.

Auf Umwegen ist aus dieser Entscheidung übrigens Ciao Hashi entstanden. Was zunächst eine sehr persönliche innere Klärung war, entwickelte sich Schritt für Schritt zu dem, was heute meine Berufung ist: Frauen mit Hashimoto zu begleiten, damit sie den Weg, den ich damals mühsam alleine finden musste, mit Struktur und Unterstützung gehen können.

Heute lebe ich ein Leben, das sich für mich wie mein absolutes Traumszenario anfühlt. Nicht, weil äußerlich alles perfekt wäre, sondern weil es sich nach mir anfühlt. Und genau das sollte doch das Ziel für uns alle sein.

Warum die innere Ebene bei Hashimoto so wichtig ist

Was ich damals nicht wusste, aber heute besser verstehe: Heilung beginnt oft mit einer gesünderen Ernährung, mit dem Auffüllen fehlender Mikronährstoffe und mit einer Sanierung des Darms. Das ist wichtig und wirksam.

Aber es ist meistens nicht alles. Für eine tiefgreifende und langfristige Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden reicht der körperliche Zugang alleine oft nicht aus.

Wir vergessen häufig, dass wir als Mensch nicht nur aus einem Körper bestehen, sondern auch aus Geist und Seele. Wenn diese beiden Ebenen leiden, kann auch ein gut umsorgter Körper nicht richtig heilen.

Und das ist keine esoterische Spekulation. Die moderne Forschungsrichtung der Psychoneuroimmunologie zeigt seit Jahrzehnten, wie eng Psyche, Nervensystem und Immunsystem miteinander verwoben sind. Chronischer emotionaler Stress verändert messbar die Immunzellen. Innere Konflikte, unterdrückte Emotionen und unerkannte Muster wirken sich auf die Genregulation aus. Was in uns emotional passiert, hat körperliche Konsequenzen.

Solange wir uns immer wieder in Situationen befinden, die nicht zu uns passen, sendet unser System permanent Stress-Signale.

Die Schilddrüse, die Nebennieren, das Immunsystem, all die Hardware, die in den anderen Artikeln beschrieben wurde, reagiert darauf. Sie schaltet in einen chronischen Schutzmodus, der Heilung blockiert. Die T4-zu-T3-Umwandlung läuft schlechter. Die Antikörper bleiben hoch. Der Darm entzündet sich. Der Schlaf wird oberflächlicher. All das ist die Antwort des Körpers auf ein System, das keine Ruhe findet.

Warum der Körper das Bekannte liebt, auch wenn es krank macht

Dr. Joe Dispenza, einer der inspirierendsten Menschen für mich auf diesem Weg, beschreibt das wissenschaftlich sehr fundiert: Unser Gehirn baut über die Jahre neuronale Netzwerke, die uns immer wieder in dieselben Muster führen. Wir denken jeden Morgen dieselben Gedanken, fühlen dieselben Gefühle, treffen dieselben Entscheidungen.

Das Gehirn ist dabei ein Effizienzorgan. Alles, was oft wiederholt wurde, wird zur Autobahn. Die neuronalen Bahnen werden verstärkt, die entsprechenden Gefühle werden im Körper zur biochemischen Gewohnheit. Und der Körper reagiert entsprechend, weil er die passenden Hormone und Botenstoffe automatisch bereitstellt.

Das erklärt, warum wir uns oft immer wieder in denselben Situationen wiederfinden. Warum wir uns über dieselben Dinge ärgern. Warum wir uns mit denselben Zweifeln, Sorgen und Ängsten konfrontiert sehen.

Der Körper liebt das Bekannte, auch wenn es uns krank macht.

Veränderung passiert erst, wenn diese Muster bewusst durchbrochen werden. Wenn wir uns selbst neu denken, neu fühlen, neu wählen. Erst dann kann sich auch der Körper neu organisieren.

Typische Muster bei Frauen mit Hashimoto

In meinen Coachings sehe ich bei sehr vielen Frauen ähnliche innere Muster. Das ist kein Zufall und schon gar nichts, wofür man sich schämen müsste. Aber es lohnt sich, sich diese Muster bewusst zu machen, weil sie oft ein direkter Zugang zu tieferer Heilung sind.

Perfektionismus und hohe Selbstansprüche

Viele Hashimoto-Frauen kennen das Gefühl, dass alles perfekt sein muss. Die Arbeit, der Haushalt, die Beziehungen, das eigene Aussehen, sogar der Heilungsweg selbst. Das schafft einen permanenten inneren Druck, der das Nervensystem nie zur Ruhe kommen lässt.

Sich für andere mehr verantwortlich fühlen als für sich selbst

Die Bedürfnisse der Familie, der Kollegen, der Freunde stehen automatisch vorne. Die eigenen Bedürfnisse werden hinten angestellt oder gar nicht mehr wahrgenommen. Wer so lebt, hat auf Dauer keinen Zugang mehr zu sich selbst.

Keine oder ungern Grenzen setzen

„Nein" sagen fühlt sich schwierig an. Es wird lieber selbst mehr geleistet, als jemanden zu enttäuschen. Das führt zu chronischer Überlastung, die im Körper direkt in die Stressachse einfließt.

Funktionieren statt fühlen

Viele Frauen haben früh gelernt, dass Funktionieren wichtiger ist als das eigene Empfinden. Emotionen werden übergangen, Bedürfnisse ignoriert, es wird einfach weitergemacht. Der Körper protestiert irgendwann leise über Symptome, dann lauter über echte Erkrankungen.

Faule Kompromisse im Leben

Ein Job, der nicht mehr passt, aber sicher ist. Eine Beziehung, die nicht mehr nährt, aber vertraut ist. Ein Ort, an dem man wohnt, ohne sich zuhause zu fühlen. Solche stillen Kompromisse ziehen unbemerkt viel Energie und senden dem Körper das Signal: Hier stimmt etwas nicht.

Alte Verletzungen, die nie wirklich angeschaut wurden

Erlebnisse aus Kindheit, Jugend oder früheren Beziehungen, die nicht verarbeitet wurden, wirken oft noch Jahrzehnte weiter. Sie zeigen sich als Muster in aktuellen Beziehungen, als innere Kritikerin oder als diffuses Gefühl, „nicht genug" zu sein.

Wer sich in mehreren dieser Punkte wiedererkennt, kann dies als wertvollen Hinweis nehmen. Nicht als Schuldzuweisung, sondern als Einladung, hier bewusst hinzuschauen.

Was diese Ebene konkret bedeutet

Auf die innere Ebene zu schauen bedeutet nicht, das eigene Leben komplett umzukrempeln. Es bedeutet nicht, sofort den Job zu kündigen, die Beziehung zu beenden oder auszuwandern.

Es geht oft weniger um die großen, äußeren Veränderungen und viel mehr um die innere Haltung zu dem, was bereits da ist. Um Ehrlichkeit mit sich selbst. Um das Bewusstsein für die eigenen Gedanken und Gefühle. Um das Erkennen von Mustern, die nicht mehr dienen.

Es geht darum, den eigenen Gedanken überhaupt einmal Aufmerksamkeit zu schenken. Sich klar zu werden, was man wirklich denkt, fühlt und über sich glaubt. Und dann mit Bewusstsein zu wählen, welche Gedanken einen wirklich nähren und welche man loslassen darf.

Und dann braucht es eine zweite Fähigkeit, die tatsächlich wichtiger ist, als man denkt: die ehrliche Unterscheidung. Was kann ich verändern, und was darf ich annehmen, wie es ist? Wo investiere ich Energie in Dinge, die ich ohnehin nicht ändern kann? Und wo könnte ich stattdessen meine Kraft nutzen, um etwas zu verändern, das ich tatsächlich in der Hand habe?

Eines meiner Lieblingszitate, das mich über die Jahre begleitet hat: „Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

Ehrliche Fragen, die den Weg öffnen können

Manchmal reicht schon eine einzige gute Frage, um etwas ins Rollen zu bringen. Hier ein paar, die in meinen Coachings immer wieder Türen öffnen. Kein Druck, alle auf einmal zu beantworten. Manchmal ist es sogar besser, sich nur eine oder zwei auszusuchen und sie ein paar Tage wirken zu lassen.

  • Lebe ich gerade ein Leben, das mich nährt? Oder eines, das mich auslaugt?
  • Wenn ich morgens aufwache, freue ich mich auf den Tag oder überwiegt ein Gefühl von Pflicht?
  • Wo mache ich noch faule Kompromisse, nur um niemanden zu enttäuschen oder weil es der einfachste Weg ist?
  • Welche Beziehungen in meinem Leben nähren mich wirklich, welche kosten mich mehr Energie als sie mir geben?
  • Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass ich nicht scheitern könnte?
  • Wovor habe ich mich mein Leben lang geschützt, und wie hat mich dieser Schutz möglicherweise auch klein gehalten?
  • Was sagt meine innere Stimme, wenn ich alle Erwartungen der anderen kurz beiseiteschiebe?
  • Wenn mein Körper mir gerade eine Botschaft senden könnte, welche wäre das?

Diese Fragen sind keine Rätsel, die schnell gelöst werden müssen. Sie sind Einladungen, die über Wochen und Monate wirken dürfen. Manchmal kommen die klarsten Antworten überraschend, bei einem Spaziergang, beim Kochen, im Zug, mitten aus dem Alltag heraus.

Was sich verändert, wenn diese Ebene mitschwingt

In meinen Coachings sehe ich immer wieder: Die Frauen, deren Heilung am tiefsten geht, sind immer die, die auch auf diese innere Ebene geschaut haben. Es passieren dann Dinge, die auf rein körperlicher Ebene kaum zu erklären sind.

  • Antikörper, die trotz gleicher Ernährung und gleichem Supplement-Programm plötzlich deutlich sinken
  • Ein tieferer, erholsamerer Schlaf, ohne dass äußerlich etwas verändert wurde
  • Verdauungsbeschwerden, die sich beruhigen, sobald ein bestimmter innerer Konflikt geklärt ist
  • Gewichtsveränderungen, die sich ohne bewusste Ernährungsumstellung einstellen
  • Ein Gefühl von wieder mehr Energie und Präsenz im eigenen Leben
  • Klarere Entscheidungen, die sich richtig anfühlen und nicht mehr ewig aufgeschoben werden
  • Weniger Reizbarkeit, mehr Geduld mit sich selbst und mit anderen

Das ist kein Wunder und keine Esoterik. Es ist die logische Konsequenz daraus, dass das ganze System endlich Sicherheit signalisiert bekommt. Der Körper darf loslassen, weil er nicht mehr im Alarmzustand sein muss.

Was sich konkret tun lässt

Die innere Arbeit ist keine große, einschüchternde Aufgabe. Sie beginnt mit kleinen, konkreten Schritten, die im Alltag Platz haben.

1. Einen Tag lang die eigenen Gedanken beobachten

Wie redest du innerlich mit dir selbst? Welche Sätze laufen immer wieder ab? Welche Gefühle dominieren? Wie oft bist du genervt von Menschen, Umständen im Außen oder von dir selbst? Du wirst überrascht sein, wie viele alte Programme unbemerkt mitlaufen und Energie ziehen. Allein diese Beobachtung ist der erste Schritt zur Veränderung.

2. Ein Journal führen

Fünf Minuten am Morgen oder Abend reichen aus. Aufschreiben, was gerade da ist. Gedanken, Gefühle, Träume, wiederkehrende Themen. Das Schreiben ordnet den Geist und macht Muster sichtbar, die im Kopf nur diffus bleiben. Manche Fragen finden sich beim Schreiben von selbst.

3. Eine tägliche Verbindungs-Praxis etablieren

Etwas Kleines, das dich täglich mit dir selbst verbindet. Eine kurze Meditation, ein bewusster Spaziergang ohne Handy, eine Visualisierung deines schönsten Lebens, ein paar bewusste Atemzüge am Morgen. Diese kleinen Momente können langfristig viel mehr bewegen, als es zunächst scheint. Der Effekt ist kumulativ.

4. Eine ehrliche Frage stehen lassen

Nicht alle Fragen brauchen sofort eine Antwort. Manche dürfen mehrere Wochen im Hintergrund arbeiten. Wichtig ist, sie überhaupt gestellt zu haben. Der Prozess läuft dann von selbst weiter, oft leise, unter der Oberfläche.

5. Einen kleinen Schritt in eine Richtung wagen, die zu dir gehört

Ein Gespräch, das schon lange aufgeschoben wurde. Ein Hobby, das früher Freude gemacht hat, aber vernachlässigt wurde. Eine Grenze, die endlich gezogen werden darf. Ein Interesse, das schon lange leise ruft. Es muss kein One-way-Ticket nach Bali sein. Aber etwas darf sich bewegen.

6. Sich Unterstützung erlauben

Innere Arbeit muss nicht allein geleistet werden. Sie geht in Gemeinschaft oft leichter und tiefer. Ein Coaching, eine Therapie, eine Gruppe Gleichgesinnter, eine gute Freundin, mit der ehrliche Gespräche möglich sind. Wer sich Unterstützung erlaubt, macht keinen Kompromiss, sondern eine kluge Entscheidung.

Die wichtigsten drei Schritte für den Anfang

Wenn das alles erst mal viel klingt, fang mit diesen drei Punkten an:

  • Eine ehrliche Frage stehen lassen: „Lebe ich gerade ein Leben, das mich nährt oder eines, das mich auslaugt?" Ohne sofort eine Antwort zu brauchen.
  • Eine Woche lang die inneren Gedanken beobachten: Ohne zu bewerten, nur bemerken. Welche Sätze laufen ab? Welche Gefühle dominieren?
  • Eine kleine tägliche Verbindungs-Praxis etablieren: Fünf Minuten Journal, ein kurzer Spaziergang ohne Handy, eine kurze Meditation. Klein, aber täglich.

Fazit: Hashimoto könnte auch eine Einladung sein

Hashimoto ist vielleicht nicht einfach nur eine Schilddrüsenerkrankung. Vielleicht ist diese Diagnose auch ein Signal. Ein Klopfen von innen, das fragt:

  • Lebst du wirklich ein Leben, das dir entspricht?
  • Bist du, wer du sein könntest?
  • Stehst du für das ein, was dir wichtig ist?

Die wissenschaftlichen Ebenen (Entzündung, Darm, Nervensystem, Hormone) sind absolut entscheidend. Aber sie greifen nur dann wirklich tief, wenn auch die innere Ebene mitschwingt. Wenn das Leben, das gelebt wird, nährt statt auslaugt.

Heilung passiert oft genau in dem Moment, in dem beides zusammenkommt: die fundierte funktionsmedizinische Arbeit und die mutige innere Arbeit. Erst dann kann der Körper wirklich loslassen.

Genau deshalb ist es mir so wichtig, in meinem Metamorphose-Coaching neben Ernährung, Darm und Co. auch die innere Ebene als gleichberechtigte Säule mitzudenken. Weil ich am eigenen Weg erlebt habe, wie sehr genau dieser Teil den Unterschied macht.

Manchmal ist der Weg zur Gesundheit auch der Weg zu sich selbst. 💛

Häufige Fragen

Ja, und das ist auch wissenschaftlich gut belegt. Die Psychoneuroimmunologie zeigt seit Jahrzehnten, wie eng Psyche, Nervensystem und Immunsystem miteinander verbunden sind. Chronischer emotionaler Stress verändert messbar die Immunzellen und die Genregulation. Innere Konflikte, unterdrückte Emotionen und unerkannte Muster wirken sich direkt auf körperliche Prozesse aus. Das bedeutet nicht, dass Hashimoto „selbst gemacht" ist, aber die innere Ebene ist ein wichtiger Baustein für tiefe Heilung.

Nein, ganz im Gegenteil. Bei den meisten Frauen geht es nicht um große äußere Veränderungen wie Kündigung oder Umzug. Es geht um die innere Haltung zu dem, was bereits da ist. Um Ehrlichkeit mit sich selbst, um das Bewusstsein für die eigenen Gedanken und Gefühle, um das Erkennen von Mustern, die nicht mehr dienen. Manchmal reicht es schon, eine wichtige Frage zu stellen und sie über Wochen wirken zu lassen.

Sehr direkt. Das Gehirn baut über die Jahre neuronale Netzwerke, die uns immer wieder in dieselben Muster führen. Gleichzeitig reagiert der Körper auf jeden Gedanken und jedes Gefühl mit einer entsprechenden biochemischen Antwort: Hormonausschüttung, Immunaktivität, Nervensystem-Reaktion. Wer chronisch die gleichen belastenden Gedanken denkt, hält den Körper in einem entsprechenden biochemischen Zustand. Veränderung im Denken und Fühlen wirkt sich deshalb direkt auf die Körperprozesse aus.

In meinen Coachings sehe ich immer wieder ähnliche Muster: Perfektionismus und hohe Selbstansprüche, sich mehr für andere verantwortlich fühlen als für sich selbst, Schwierigkeiten beim Grenzensetzen, Funktionieren statt Fühlen, stille Kompromisse in Beruf oder Beziehungen und unverarbeitete emotionale Erfahrungen aus der Vergangenheit. Diese Muster bedeuten nicht, dass jemand etwas falsch macht, aber sie sind wertvolle Hinweise, wo bewusstes Hinschauen tiefe Veränderungen anstoßen kann.

Am besten mit kleinen, konkreten Schritten. Zum Beispiel einen Tag lang die eigenen Gedanken beobachten, ohne zu bewerten. Ein Journal führen, in dem täglich fünf Minuten aufgeschrieben wird, was gerade da ist. Eine kleine tägliche Verbindungs-Praxis wie Meditation oder ein Spaziergang ohne Handy. Und vor allem: eine ehrliche Frage stellen, die im Alltag wirken darf, ohne sofort eine Antwort zu erzwingen.

Nein. Auch wenn Begriffe wie Hals-Chakra oder Seelenplan spirituell klingen, gibt es dahinter fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Psychoneuroimmunologie, die Epigenetik und die moderne Stressforschung zeigen sehr klar, wie sich das innere Erleben auf körperliche Prozesse auswirkt. Es geht nicht um „Positiv-Denken um jeden Preis", sondern um das ehrliche Hinschauen auf die eigenen Muster und die Bereitschaft, sie bewusst zu verändern.

Meditation aktiviert direkt den Parasympathikus, also die Bremse im Nervensystem. Sie senkt Cortisol, reguliert das Immunsystem, verbessert die Schilddrüsen-Konversion und schafft Raum für tiefere Selbstwahrnehmung. Regelmäßige Praxis, auch nur wenige Minuten täglich, verändert nachweislich neuronale Muster und wirkt sich messbar auf Entzündungswerte aus. Wer nicht meditieren mag, kann ähnliche Effekte durch bewusstes Atmen, Journaling oder Spaziergänge in der Natur erreichen.

Erste Veränderungen können schon nach wenigen Wochen spürbar sein, etwa beim Schlaf, bei der inneren Ruhe oder bei der Verdauung. Tiefere Veränderungen bei den Antikörpern, der Schilddrüsen-Konversion oder der allgemeinen Vitalität brauchen meistens mehrere Monate konsequenter Arbeit. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Kleine tägliche Anker sind wirksamer als seltene, große Aktionen. Das Nervensystem und die Immunregulation sind sehr trainierbar, wenn sie die richtigen Impulse regelmäßig bekommen.

Dr. Joe Dispenza beschreibt wissenschaftlich fundiert, wie unser Gehirn durch wiederholte Gedanken und Gefühle neuronale Netzwerke aufbaut, die uns immer wieder in dieselben Muster führen. Der Körper reagiert entsprechend mit den passenden biochemischen Prozessen. Für Hashimoto bedeutet das: Wer die gleichen belastenden Gedanken und Gefühle immer wiederholt, hält den Körper in einem entzündlichen Stressmuster. Wer diese Muster bewusst verändert, gibt dem Körper die Möglichkeit, sich neu zu organisieren. Meditation, Visualisierung und bewusste Selbstwahrnehmung sind zentrale Werkzeuge auf diesem Weg.

Absolut normal. Innere Arbeit ist keine lineare Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern ein Prozess, der sich entfaltet. Es reicht, mit einer einzigen kleinen Sache zu beginnen. Eine Frage. Ein Journal. Ein täglicher Spaziergang. Wichtig ist nicht, wo begonnen wird, sondern dass begonnen wird. Alles Weitere zeigt sich unterwegs. Wer sich unsicher fühlt, kann sich auch Unterstützung suchen, etwa durch ein Coaching oder eine Therapie.

In meinen Coachings sehe ich sehr konkrete Veränderungen: Antikörper, die trotz gleicher Ernährung deutlich sinken. Ein tieferer, erholsamerer Schlaf. Verdauungsbeschwerden, die sich beruhigen. Gewichtsveränderungen ohne bewusste Ernährungsumstellung. Mehr Energie und Präsenz im eigenen Leben. Klarere Entscheidungen. Weniger Reizbarkeit. All das entsteht, weil das System endlich Sicherheit signalisiert bekommt und der Körper aus dem chronischen Schutzmodus aussteigen darf.

Nein, meistens nicht. Innere Arbeit ist ein wichtiger, oft der tiefste Baustein, aber sie ersetzt nicht die körperliche Ebene. Ernährung, Darm, Nährstoffe, Nervensystem und die richtigen Bausteine für die Schilddrüse sind nach wie vor wichtig. Am wirksamsten ist die Kombination aus beidem: die fundierte funktionsmedizinische Arbeit an den körperlichen Ebenen und die mutige innere Arbeit an den psychischen und emotionalen Mustern. Erst zusammen entsteht der Raum, in dem tiefe Heilung möglich wird.

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